Aufgrund des unterdurchschnittlichen Wurzelertrags in der Schweiz blickt man auf eine schwierige erste Saisonhälfte zurück. "Der Herbst war sehr nass, was sich entsprechend auf die Feldbedingungen ausgewirkt hat. Wir selbst hatten jedoch das Glück, dass wir unsere Wurzeln vor Weihnachten ernten konnten. Trotz der Nässe sind die Qualitäten im Bio- sowie im konventionellen Bereich erstaunlich gut, wobei die Kaliber eher etwas unterdurchschnittlich sind. Dementsprechend haben wir in diesem Jahr ein Auge zugedrückt und auch kleinere Wurzeln genommen, die wir sonst weggeschmissen hätten", schildert Fabian Etter von Gamper & Co. Gemüsekulturen, einem führenden Chicorée-Produzenten und -Vermarkter.
Je 500g-Packung werden in der Regel drei bis fünf Sprossen verpackt. Die Richtpreise in der Schweiz liegen nahezu auf Vorjahresniveau.
In den ersten Verkaufsmonaten der neuen Saison sei die Nachfrage relativ gut gewesen. "Der gesamte Wurzelertrag war jedoch etwas ungewiss, weshalb wir den Verkauf nicht zu sehr forcieren wollten. Da wir mit einer Knappheit rechneten, haben wir in beiden Bereichen Aktionen abgesagt. Speziell im konventionellen Bereich gab es jedoch auch Phasen, in denen wir fast zu viel Ware hatten. Eine derartige Überversorgung ist zurzeit ebenfalls zu beobachten, was wiederum auf die untypisch hohen Tagestemperaturen um 14 Grad zurückzuführen ist. Das bremst den Abverkauf des Chicorées. Insofern ist der Februar bisher eher ein schwacher Verkaufsmonat gewesen", so Etter.
Seit 2016 produziert die Firma Gamper neben konventionellem Chicorée auch Bio-Ware.
Roter Chicorée als stabile Nische
Neben weißem Chicorée befasst sich das Ostschweizer Unternehmen ebenfalls mit der Produktion und Vermarktung des roten Chicorées. Auch hier seien die Wurzelerträge in diesem Jahr eher unterdurchschnittlich gewesen bei relativ guten Qualitäten, fährt Etter fort. "Roter Chicorée repräsentiert knapp zehn Prozent unserer gesamten Produktionsmenge, dennoch hat sich das Produkt im Laufe der Jahre als stabile Nische erwiesen. Dementsprechend sind wir auch froh, dass wir den Artikel führen dürfen. Was den Treibprozess etwas heikler macht, ist die Tatsache, dass der rote Chicorée nicht in einer separaten Treibkammer ausgetrieben wird, da die Produktionsmengen dafür schlichtweg zu klein sind. Streng genommen bräuchte der rote Chicorée verglichen mit dem Weißen jedoch eine leicht andere Temperaturführung. Die Sprossengrößen und damit die Erträge sind bei dem roten Chicorée auch wesentlich geringer."
Im vergangenen Jahr kam es zu einem umfassenden Relaunch der einheitlichen Marke SwissDiva für den Schweizer Inlandsmarkt. Zu erwerben ist der Schweizer Chicorée bei nahezu allen namhaften LEH-Ketten in der Schweiz.
Der Gesamtkonsum in der Schweiz sei in den vergangenen Jahren relativ gleichbleibend. Vonseiten der Firma Gamper werden hier in den kommenden Jahren auch keine großen Schwankungen erwartet. "Die Wurzelproduktion sehe ich allerdings recht düster, was vor allem der weiteren Einschränkung zugelassener Pflanzenschutzmittel, insbesondere Herbizide, geschuldet ist. Auf Dauer wird der Wurzelanbau dadurch nahezu unmöglich. Es gibt auch bereits Wurzelproduzenten, die den Betrieb aufgeben, was sich allerdings bisher nicht in der Gesamtfläche bemerkbar macht. Noch bekommen wir jedes Jahr die benötigten Flächen für die Wurzelproduktion, es wird jedoch bereits zunehmend schwieriger."
© Gamper & Co. GemüsekulturenBlick in die Treiberei. In den Treibkisten wachsen und gedeihen sowohl weiße als auch rote Chicorée-Sprossen.
Bilder: Gamper & Co. Gemüsekulturen
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