Die Ernte der niederösterreichischen Bio-Erdnüsse sei im vergangenen Herbst recht enttäuschend gewesen. "Wir befinden uns im Weinviertel, ohnehin schon eine der trockensten Regionen Österreichs. In diesem Jahr hat es während der Vegetationsphase jedoch kaum geregnet, weshalb wir Ertragsausfälle um bis zu 50 Prozent hinnehmen mussten. Im Normalfall reichen unsere Bestände, um die Märkte bis in den Mai hinein, mit Erdnussprodukten zu versorgen, eventuell werden wir die diesjährige Saison jedoch etwas früher beenden müssen", so Stefan Romstorfer des innovativen Bio-Betriebs Neuland.bio.
© Neuland.bioStefan Romstorfer beschäftigt sich gemeinsam mit seinem Bruder Roman Romstorfer seit nunmehr acht Jahren mit dem Anbau von Bio-Erdnüssen.
Seit dem Jahr 2017 baut der Raggendorfer Bio-Landwirt Stefan Romstorfer sehr erfolgreich Erdnüsse an. Die Anbaukapazitäten wurden im Laufe der Jahre sukzessive aufskaliert, sodass heute auf rund 25 ha Bio-Erdnüsse wachsen und gedeihen. Romstorfer: "Wir haben zwei Hauptsorten im Anbau und pflanzen dieses Jahr erstmalig die Sorte 'Salomat' aus dem Hause Volmary GmbH. Aufgrund dessen, dass sich die meisten Lieferanten im fernen Ausland befinden, ist es zum Teil schwierig, das benötigte Saatgut zu bekommen. Ein verlässlicher Partner in Europa käme uns also absolut zugute."
© Neuland.bioIm Jahr 2024 wurde Romstorfer für den renommierten Ceres Award in der Kategorie Junglandwirt nominiert.
Im Mai fängt die neue Anbausaison an, die Vegetation findet großteils über den Sommer statt. "Seit zwei Jahren haben wir ein KI-basiertes Hackgerät zur mechanischen Unkrautbekämpfung im Einsatz, welches wir gemeinsam mit einem tschechischen Partner entwickelt haben. Dies ermöglicht Kosteneinsparungen von bis zu 90 Prozent, da das Verfahren nicht nur im Erdnussanbau, sondern auch bei unseren anderen Kulturen zum Einsatz kommt." Geerntet wird je nach Witterung von Anfang Oktober bis in den November hinein. Die geernteten Erdnüsse werden vorsortiert, mehrere Tage getrocknet, nochmals sortiert, von der Schale entfernt und zu Erdnussbutter weiterverarbeitet oder geröstet. Die Trocknung und Verarbeitung erfolgen am Hof.
"Zirka 80 Prozent unserer Ernte benötigen wir für den Eigenbedarf, nur ein kleiner Teil wird unverarbeitet vermarktet. Unsere Erdnussprodukte sind inzwischen österreichweit bei ausgewählten Bio-Märkten und Wiederverkäufern vorzufinden. Darüber hinaus betreiben wir einen Online-Shop, der ebenfalls guten Anklang findet", so Romstorfer. Obwohl das Unternehmen anfangs auch den LEH bedient hat, habe man sich nun ganz bewusst für die Direktvermarktung entschieden. "Wir stellen fest, dass wir in diesem Markt- und Preissegment mehr Wertschöpfung für unsere Produkte erzielen können."
© Neuland.bioInsgesamt produziert und vermarktet der innovative Bio-Betrieb rund zehn Erdnussprodukte.
Die hauseigene Verarbeitung wurde von Null an aufgebaut und in den zurückliegenden Jahren stetig optimiert. Diesen Weg wird man auch in den kommenden Jahren weiter fortsetzen: "Hinsichtlich der Verarbeitung sind wir nun sehr gut aufgestellt und wir könnten mehr produzieren als wir derzeit tun. Unser Bestreben ist es also nicht so sehr, unsere Fläche und Produktvielfalt zu erweitern, sondern die Netto-Erträge je Hektar und somit die Effizienz im Anbau zu steigern", heißt es abschließend.
Weitere Informationen:
Stefan & Roman Romstorfer
AGROM KG / Neuland.bio
Hauptstraße 22
2215 Raggendorf
ATU70021139
Tel: +43 676 / 9235642
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