Nach einem Jahr mit sehr hohen Chicorée-Preisen im Jahr 2024 ist die Situation in diesem Jahr ganz anders. "Seit Anfang des Jahres haben wir es mit einem niedrigen Preisniveau zu tun, und es geht immer weiter nach unten", stellt Jurgen Ratelband von Tolpoort Vegetables fest.
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"Wir hatten es im vorigen Jahr mit außergewöhnlichen Umständen zu tun, aber obwohl das Angebot auf den belgischen Versteigerungen beispielsweise nicht einmal viel höher ist als im vergangenen Jahr, sind die Preise viel niedriger. Der Versteigerungspreis in Belgien liegt jetzt im Durchschnitt bei 50 Cent. Voriges Jahr lag er noch um einen Euro höher", sagt Jürgen. "Der Grund für die niedrigen Preise wird also doch hauptsächlich auf der Nachfrageseite liegen. Außerdem gibt es in diesem Jahr etwas mehr Konkurrenz durch französischen Chicorée. Das wird normalerweise bis zum 1. Mai andauern, sodass dann mit einer weiteren Bewegung nach oben zu rechnen ist, aber vorher sehe ich noch keine Anzeichen für eine strukturelle Preiserholung. Bei Tolpoort Vegetables sind wir zu einem großen Teil auf Vertragsbasis tätig, was den Auszahlungspreis an unsere Erzeuger noch einigermaßen ausgleicht."
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Auch der Absatz von rotem Chicorée war seit Anfang des Jahres viel schwieriger als im Vorjahr. "Damals hatten wir Rekordpreise, aber das ist in diesem Jahr nicht der Fall. Das Schwierige an rotem Chicorée ist, dass es immer noch einen recht hohen Export dieses Produkts nach Israel und in die Vereinigten Staaten gibt. Die Situation in Israel ist bekannt, und auch beim Export in die USA ist ungewiss, wie es mit den Importzöllen weitergehen wird. Auch hier ist es uns glücklicherweise gelungen, einen Teil des Volumens in Jahresverträgen zu binden, sodass unsere Erzeuger noch einen angemessenen Auszahlungspreis erhalten, was aufgrund der relativ hohen Einstandspreise von rotem Chicorée im Vergleich zu dem normalen Chicorée notwendig ist."
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Auch bei Blumenkohl, einem anderen Produkt, bei dem Tolpoort Vegetables Marktführer auf dem niederländischen Markt ist, läuft der Absatz nicht rund: "In Spanien hat es in den vergangenen Wochen viel geregnet und viele Parzellen stehen unter Wasser, was die Ernte sehr erschwert. Auch unsere Erzeuger in Südspanien leiden unter diesen schwierigen Bedingungen, was zu einer geringeren Ernte in dieser Zeit führt. Da das Angebot an französischem Blumenkohl unbeständig ist, hätte ich höhere Preise erwartet, aber auch dieses Niveau ist mit einem Preis von etwa 10 EUR pro Tonne enttäuschend. Der niederländische Winterblumenkohl hat eine sehr gute Qualität, aber es wird noch ein paar Wochen dauern, bis er geerntet werden kann."
Tolpoort Vegetables ist einer der Initiatoren der VollegrondsGroente Organisatie (VGO) und Jurgen setzt große Hoffnungen in diese Organisation. "VGO bringt einen Sektor zusammen, der bis vor kurzem noch sehr zersplittert war. Gemeinsam setzen wir uns dafür ein, dass niederländisches frisches Feldgemüse auch in Zukunft nachhaltig und lokal verfügbar bleibt. Im Rahmen des VGO werden wir uns mit wichtigen Themen wie Pflanzengesundheit, Bodenresistenz, Wasser, Technologie und Arbeit sowie dem Image des niederländischen Freilandgemüses beschäftigen. Indem wir unser Wissen teilen und zusammenarbeiten, sind wir stärker und können die Herausforderungen in unserem Sektor wirksam angehen."
Weitere Informationen:
Jurgen Ratelband
Tolpoort Vegetables
Tolweg 7
1616 AT Hoogkarspel, Niederlande
Tel: +31 (0)228 565781
verkoop@tolpoort.com
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