Die Europäische Kommission hat sich mit Vorwürfen des Steuerbetrugs bei marokkanischen Tomaten befasst, die in die EU exportiert werden. Die spanische Europaabgeordnete Carmen Crespo äußerte Bedenken hinsichtlich der zollfreien Exportgrenzen Marokkos. Der EU-Kommissar für Landwirtschaft, Christophe Hansen, antwortete: "Diese Importe entsprechen den Bedingungen des Assoziierungsabkommens von 2012." Er stellte klar, dass marokkanische Tomaten, die das Zollkontingent überschreiten, legal bleiben, wenn Zölle gezahlt werden.
Von 2019 bis 2024 haben die Zollbehörden Zölle in Höhe von etwa 81 Millionen Euro auf diese Importe erhoben. Hansen räumte ein, dass die marokkanischen Tomaten das vereinbarte Kontingent seit 2019 überschritten haben, betonte aber, dass solche Importe dem Handelsabkommen entsprechen. "Importe außerhalb des Kontingents unterliegen Zollgebühren und entsprechen daher dem Abkommen zwischen Marokko und der EU", bekräftigte er.
Crespo hatte eine Untersuchung des von ihr als „Betrug" bezeichneten Vorgehens aufgrund der überschrittenen zollfreien Quoten gefordert und die Steuerausfälle seit 2019 auf über 71,7 Millionen Euro geschätzt. Die EU weist diese Vorwürfe in ihrer Antwort zurück.
Marokko hat seine Tomatenproduktion von 2014 bis 2023 um 17,36 Prozent gesteigert und die Produktion von 1,23 Milliarden Kilo auf 1,44 Milliarden Kilo erhöht, wodurch seine Position auf dem EU-Markt gestärkt wurde. Spanische Erzeuger äußern sich besorgt über diesen Wettbewerb und sehen darin eine Bedrohung für ihre Branche.
Im Februar 2024 protestierten Landwirte im spanischen Algeciras gegen Importe aus Marokko und warfen dem Land unlauteren Wettbewerb vor. Auf Bannern wurde Marokko beschuldigt, den Markt mit minderwertigen Waren zu überschwemmen, was die allgemeine Frustration über die Konkurrenz aus Nicht-EU-Ländern widerspiegelt.
Quelle: Morocco World News