In der KW 12 wurde die Pfälzer Bundzwiebelernte offiziell eingeläutet (FreshPlaza.de berichtete). "Zum Wechsel im Juni von den letzten Winter-Lauchzwiebeln, sprich der überwinterten Saat aus 2024, auf die heranwachsende Sommersaat wird es vermeintlich eine© FeSa Obst- & Gemüsehandels GmbH & Co. KG kleine Erntelücke geben. Bei den zuletzt gesäten Winter-Lauchzwiebeln 2024, welche sehr klein in den Winter gehen, mussten wir teilweise durch Fröste unterhalb von -5°C Schaden hinnehmen. Dementsprechend sind die Bestände stark ausgedünnt, weshalb von verminderten Erträgen ausgegangen werden muss", berichtet Jochen Fehmel (r), Geschäftsführer des gleichnamigen Gemüsebaubetriebs mit Sitz in Mutterstadt. Die Anbaukapazitäten in Sachen Bundzwiebeln seien verglichen mit dem Vorjahr nahezu gleich geblieben, führt er weiter aus.
Analog zu den Vorjahren habe der deutsche LEH in Teilen zügig auf Ware aus deutscher Herkunft umgestellt. Die Preise liegen derweil leicht über dem Niveau des Vorjahres. "Damit tragen die Preise zumindest teils den gestiegenen Kosten Rechnung, wenn gleich ein vollständiger Ausgleich der Kostensteigerung für die Erzeugung aktuell nicht erzielt wird. Die ägyptische Ware wurde mit anlaufender deutscher Ernte reduziert und großteils final beendet." Dieser Saisonwechsel habe sich in diesem Jahr recht fließend vollzogen, so Fehmel, der neben dem Gemüsebaubetrieb ebenfalls am Ruder der Handelsgesellschaft FeSa steht.
© FeSa Obst- & Gemüsehandels GmbH & Co. KGNeben der weiß-grünen Bundzwiebel, die weiterhin im Fokus des Verbrauchers steht, erzeugt Fehmel ebenfalls Tricolore-Bundzwiebeln.
'Rahmen wird tendenziell enger'
Auch in der Pfalz werden die Rahmenbedingungen für den (Freiland)Gemüsebau zunehmend schwieriger, bestätigt Fehmel. "Gefühlt wird der Rahmen jedes Jahr etwas enger. Beim Pflanzenschutz, einem Dauerbrenner, verlieren jedes Jahr bestehende und wichtige Mittel ihre Zulassung und noch Verfügbare werden konsequent teurer. Zumeist sind alternative Methoden und Maßnahmen kostenintensiver, denken wir nur an den Mehraufwand des mechanischen Einsatzes von Maschinen bei der Unkrautbekämpfung. Nebst erhöhtem Verbrauch an fossilen Treibstoffen, stehen die Erstinvestitionen und die Unterhaltung dieser Geräte als großer Posten auf der Kostenseite." Nebst dem erhöhten Risiko während der Kulturdauer seien allgemeine Kostensteigerungen von Saatgut, Düngemitteln und Beregnungswasser zu nennen, die noch nie "günstiger" wurden, sondern jedes Jahr mehr zu Buche schlagen.
Speziell im Lauchzwiebelanbau sei der hohe Grad an Handarbeit zu erwähnen. Fehmel: "Jedes Zwiebelchen wird von Hand aus dem Ackerboden gezogen, nachgeputzt und zugeschnitten, und im Nachgang mittels Waschlinien von Schmutz befreit. Überall braucht es Personal, welches immer schwieriger zu finden ist. Und findet man diese helfenden Hände, sorgt der rasant steigende Mindestlohn für unglaublichen wirtschaftlichen Druck. Hierbei steigt der Lohn schneller als der Verkaufserlös. Irgendwann sind Grenzen gesetzt, die wir für unsere urproduzierten Produkte meinen, bald erreicht zu haben. Dann entscheidet die Witterung über das Glück, ob ein Produkt gelingt oder nicht, sollte sich der Rahmen für die Landwirtschaft nicht wieder weiten."
© FeSa Obst- & Gemüsehandels GmbH & Co. KGKnackfrische Radieschen aus Pfälzer Treibhausanbau.
Ernteauftakt bei Treibhausradieschen
Nicht nur im Freiland, sondern auch in den Gewächshausanlagen der Firma FeSa wird nun fleißig geerntet. Denn seit Ende KW 11 ist die Radieschenernte im vollen Gange, während die Erdbeerernte im geschützten Anbau noch rund 2-3 Wochen hinterherhinke. "Bei Radieschen sind wir erfahren, bei Erdbeeren starten wir hingegen jungfräulich in unser erstes Erntejahr. Bisweilen stehen alle Lichter auf Grün und wir sehen einem guten Ertragsverlauf der Erdbeeren ab der ersten Aprilwoche entgegen. Bei Radieschen starten wir im Gewächshaus verfrüht und gehen fließend in den Freilandanbau über. Bei Erdbeeren verfahren wir planungstechnisch etwas anders. Wir ernten aus dem teuren Gewächshausanbau nur etwa 6 Wochen alle roten Früchtchen, die uns die Pflanzen bieten. Danach ist eine Pause angesagt, bis wir wieder mit einem neuen Satz auf gleicher Fläche im September starten. Es handelt sich dabei um eine bewusste Entscheidung: Aufgrund der hohen Kosten im Gewächshaus lassen sich die niedrigen Erlöse der Sommererdbeeren nicht abdecken. Daher lassen wir diesen Saisonzeitraum aus und setzen stattdessen auf die Herbsternte."
Trotz zahlreicher Herausforderungen blickt Fehmel der Zukunft zuversichtlich entgegen. "Wir entwickeln uns stetig weiter und überdenken jedes Jahr sämtliche Betriebsabläufe. Wir hinterfragen und überlegen neu. Für die Zukunft sehen wir uns in einer noch nie dagewesenen politischen, wie auch klimatisch geprägten Situation. Getreu dem Motto 'Wenn es einfach wäre, würde es jeder machen' fühlen wir uns jedoch hochmotiviert, diese besondere Herausforderung anzunehmen", heißt es abschließend.
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Jochen Fehmel
P.+H. Fehmel Gemüsebau
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67112 Mutterstadt
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E-Mail: j.fehmel@fe-sa.de
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