Am 13. März legte die französische Wettbewerbsbehörde DGCCRF ihren Jahresbericht für 2024 vor. In einem Jahr, das von einer tiefen Krise im Agrarsektor geprägt war, gab die Organisation bekannt, dass sie die Kontrollen von Lebensmitteln verschärft habe, um der sogenannten "Französierung" (die Praxis, französische Zutaten in Produkten zu verwenden, die nicht in Frankreich hergestellt werden) von Importprodukten entgegenzuwirken.
© DGCCRFSarah Lacoche, Direktorin der DGCCRF, während einer Pressekonferenz
Im Jahr 2024 führte die DGCCRF insgesamt 10.000 Kontrollen der Herkunft französischer Lebensmittel durch, wobei der Schwerpunkt auf Obst und Gemüse, Fleisch und Alkohol lag. Die Verschärfung der Kontrollen folgte auf die groß angelegte Mobilisierung der Landwirte. Diese Kontrollen fanden sowohl im Vertriebssektor statt, um die Verbraucher mit genauen Informationen zu versorgen, als auch weiter unten in der Lieferkette, um bei Betrugsverdacht gründlichere Untersuchungen durchzuführen. Bei den Kontrollen wurden 34 Prozent der Unregelmäßigkeiten aufgedeckt, was zu 1802 Verwarnungen, 588 Vollstreckungsanordnungen und 562 offiziellen Berichten führte.
© DGCCRFIm Jahr 2024 führte die DGCCRF insgesamt 10.000 Kontrollen der Herkunft französischer Lebensmittel durch.
Die "Französierung" von Beerenobst
Während der Pressekonferenz verwies der Direktor der DGCCRF auf den berüchtigten Fall von "französiertem" Beerenobst. Im Jahr 2024 wurde ein Großhändler aus Loir-et-Cher zu einer Geldstrafe von fast 100.000 EUR verurteilt, weil er die Herkunft seiner Produkte falsch angegeben hatte. Die Ermittlungen ergaben, dass der Händler zwischen 2019 und 2021 beim Weiterverkauf an Supermärkte in ganz Frankreich Tausende Tonnen Beerenobst "französiert" hatte. Dabei handelte es sich um 4.547 Tonnen Erdbeeren, 278 Tonnen Himbeeren und 194 Tonnen Blaubeeren.
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Durchsetzung bleibt auch 2025 eine Priorität
"Der Druck bleibt hoch", sagte Sarah Lacoche, Sprecherin der DGCCRF, über die Kontrollen der Herkunft von Lebensmitteln. "Die Einhaltung des Labels 'Made in France' und die Bekämpfung von "Französierung" sind seit Jahren oberste Prioritäten der Regierung, und das wird auch 2025 so bleiben."
Véronique Louwagie kündigte außerdem an, dass sie sich auf gezieltere Kontrollen mithilfe künstlicher Intelligenz konzentrieren wolle. "Durch den Einsatz neuer Technologien können wir gezielter und effektiver handeln. Das Ziel ist es, weniger Kontrollen durchzuführen, diese aber so zu fokussieren, dass wir Betrug strukturell bekämpfen."
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